Die Förderung individueller Handlungsfähigkeit nach Personalabbau. Die Transfergesellschaft des Trägers GPQ bei der Loewe Opta GmbH. Eine qualitative Fallstudie

Ausgansglage

Studien zeigen, dass sich der Beschäftigtentransfer in der Praxis bewährt hat: Die Betroffenen erhalten eine intensive, hochwertige arbeitsmarktpolitische Dienstleistung, mit der es gelingt, ihre Beschäftigungsfähigkeit signifikant zu stärken, Arbeitslosigkeit zu vermeiden und den Strukturwandel sozial zu gestalten. Es fehlt an jüngeren Fallbeschreibungen, die mit qualitativen Daten die Beratungsarbeit in Transfergesellschaften beschreiben und darauf aufbauen Thesen zur Wirkungsweise und „guten Praxis“ der Transferberatung entwickeln.

Ziel der Studie

Ziel der der Studie ist die explorative Untersuchung der arbeitsmarktpolitischen Wirkungsweise des Transfers. In theoretischer Hinsicht orientiert sich die Studie an der Fairness-Theorie im Personalabbau (Weiss/Udris 2006; Brockner 1992), am Konzept von Übergangsarbeitsmärkten (statt vieler: Schmid 1997) sowie am Konzept des sozialen Konvois (Kahn/Antonucci 1980; Kieselbach 2001; vgl. Mühge u.a. 2012: 7ff.). Im Mittelpunkt der Studie stehen die Perspektive der von Personalabbau betroffenen Beschäftigten und ihre Interaktion mit den Berater/innen der Transfergesellschaft.

Zentrale Themen der Untersuchung sind die Verlässlichkeit und prozedurale Sicherheit im Personalabbau: Inwiefern gelingt es den Akteuren, mit dem Instrument der Transfergesellschaft „dem Einzelnen die Angst vor einer ungewissen Zukunft soweit [zu] verringern, dass er handlungsfähig bleibt“ (Kieselbach 2001: 385)? Neben den psychosozialen Aspekten des Personalabbaus fragt die Studie nach dem subjektiven Empfinden eines „fairen Deals“ zwischen den Betroffenen und dem Arbeitgeber; vor diesem Hintergrund untersucht und beschreibt sie die Funktion der verschiedenen arbeitsmarktpolitischen Angebote der Transfergesellschaft, angefangen von der Beratung der Beschäftigten über die Qualifizierungsleistungen bis hin zu Unterstützung in der Suche nach einer neuen Beschäftigung.

Vorgehensweise

Die Studie besteht aus qualitativen Interviews und einer Dokumentenanalyse.Die Feldphase liegt in den Monaten Juni und Juli 2014. Die Auswertung und Analyse erfolgt im Herbst 2014. Die Fallstudie wird in Form eines Abschlussberichts dokumentiert. Neben der Analyse der wissenschaftlichen Fragestellung zielt der Bericht auf politische Implikationen zur Verbesserung des deutschen Transferregimes.

Laufzeit:
06/2014 bis 12/2014

Auftraggeber:
Mypegasus GPQ mbH, Nürnberg

Projektverantwortung:
Gernot Mühge

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