Die Metall- und Elektroindustrie ist geprägt von Transformationsprozessen, die v.a. durch den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel beschleunigt werden. Dennoch bleibt das Potenzial von Frauen in Teilzeit weitgehend ungenutzt. Rund 50% der erwerbstätigen Frauen in Deutschland arbeiten im Jahr 2024 in Teilzeit, bei Männern hingegen trifft das nur auf 12% zu (Destatis, 2025). Für Frauen in Teilzeit ist ihre Beschäftigungsform mit langfristigen Konsequenzen verbunden, denn sie geht oft mit einer Stagnation der beruflichen Bildung einher, wodurch sich mittel- bis langfristig ungleiche Entgeltstrukturen ergeben. In den Unternehmen selbst ist oftmals kein betriebliches Bewusstsein für geschlechtsspezifische Karrierehindernisse vorhanden. An dieser Stelle setzt unser Projekt an.
BeFiT untersucht sowohl Bedarfe als auch Herausforderungen im Kontext der betrieblichen Weiterbildung von Frauen in Teilzeit (FiT) in der Metall- und Elektrobranche. Im Projektverlauf werden bedarfsorientierte Qualifizierungsmaßnahmen in ausgewählten Partnerunternehmen entwickelt, erprobt und implementiert. Es werden geschlechtsspezifische Barrieren in der Weiterbildung, den Karrierepfaden und generell der betrieblichen Weiterentwicklung identifiziert. In kontinuierlicher Abstimmung mit einem betrieblichen Steuerkreis werden auf dieser Grundlage ein Strategiepapier, ein Handlungsleitfaden und eine Sensibilisierungskampagne entwickelt, um strukturelle Benachteiligungen sichtbar zu machen und die geschlechtergerechte Förderung von Beschäftigungspotenzialen durch nachhaltige Transfermodelle zu ermöglichen.
Ziel des Projektes
Das Projekt zielt darauf ab, die qualifikationsgerechte und existenzsichernde Erwerbsbeteiligung von FiT in der Metall- und Elektroindustrie nachhaltig zu erhöhen. Durch die gezielte Förderung von Weiterbildungsbeteiligung, Karriereentwicklung und betrieblicher Gleichstellung sollen strukturelle Anpassungen in den Unternehmen erreicht werden, um die Arbeitskultur und Aufstiegsperspektiven langfristig zu verändern. Damit wird ein Beitrag zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie geleistet.
Laufzeit:
01/2026 bis 12/2028
Förderung:
Europäischer Sozialfond (ESF)
Deutsche Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See
Vorhabenträger:
Akademie der Ruhr Universität
Teilvorhabenpartner:
helex Institut, Dr. Claudia Niewerth
Projektmitarbeit:
Lara Obereiner, Julia Massolle