Die ‚doppelte Transformation‘ betrieblicher Interessenvertretung – Einblicke in die Organisationsentwicklung von Betriebsratsgremien

Das Aufgabenprofil von Betriebsräten als Interessenvertreter der Beschäftigten hat sich angesichts globalisierter und schnell entwickelnder Märkte stark verändert. Die zunehmende Digitalisierung und die damit verbundene Transformation von Arbeit stellen Betriebsräte vor neuen Herausforderungen, denn die digitalen Geschäfts- und Produktionsmodelle werden die Art, wie Arbeit in den Betrieben organisiert wird, grundlegend verändern. Allerdings sind betrieblichen Interessenvertretungen in diesem Prozess auf zweierlei Ebenen mit Herausforderungen konfrontiert: Auf der einen Seite kommt auf die Gremien die Aufgabe zu, die Transformation von Arbeit im Sinn der Beschäftigten wie des Unternehmens mit zu gestalten. Auf der anderen Seite verändert sich die Prozesse und Strukturen der Betriebsratsgremien selbst: ihre Arbeit muss den dynamischen und schnelllebigen Entwicklungen entsprechen; zugleich ist der Aufbau von fundiertem Fachwissen erforderlich. Dieser Weg der ‚doppelten Transformation‘ (Begleitung und Gestaltung unternehmensweiter Transformationsprozesse auf der einen Seite und eine darauf rekurrierende Transformation der eigenen Gremienarbeit auf der anderen Seite) stellt einen Paradigmenwechsel in der Mitbestimmungspraxis in Aussicht, dessen Beschaffenheit zukünftiges sozialpartnerschaftliches Handeln maßgeblich bestimmen wird.

Ziel des Projekts

Mit der Frage nach dem Zusammenspiel von Transformation und Mitbestimmung untersucht das Forschungsprojekt den Zusammenhang zwischen interner Organisation und Handlungsform von Betriebsratsgremien und Potenzialen sowie etwaiger Defizite in Bezug auf die Erfordernisse in betrieblichen Veränderungsprozessen. Dabei wird das Ziel verfolgt, neue Handlungslogiken in der Organisationsentwicklung von Betriebsräten zu identifizieren und für andere Gremien übertragbar zu machen. Akteuren aus Gewerkschaften und arbeitsorientierten Beratungseinrichtungen soll Handlungs- und Orientierungswissen in Bezug auf neue Formen praktizierter Mitbestimmung und über effektive Unterstützungsleistungen in betrieblichen Veränderungsprozessen gegeben werden.

Laufzeit:
01/2018 bis 06/2020

Förderung:
Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

Projektverantwortung:
Dr. Claudia Niewerth

Projektmitarbeit:
Julia Massolle

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